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HIV: Eine Zukunft ohne Stigmatisierung

Eine wirksame HIV‐Therapie führt zu einer unterdrückten Viruslast und kann somit vor Übertragungen schützen. Doch HIV‐positive Menschen sind auch in der Schweiz weiterhin von verschiedenen Formen der Ausgrenzung und Ungleichbehandlung betroffen. Dies hat Auswirkungen: Nicht nur auf das physische und psychische Wohlbefinden der Betroffenen, sondern auch auf die Offenlegung des HIV‐Status sowie das Testverhalten. Um HIV zu eliminieren, ist eine Entstigmatisierung und Aufklärung deshalb dringend notwendig.

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The Challenge

Weltweit mehr Frauen als Männer von HIV betroffen

Ist die Rede von HIV, wird in der westlichen Welt der Zusammenhang mit erwachsenen, meist homosexuellen Männern hergestellt. Fakt ist: Weltweit leben 17,8 Millionen Frauen mit HIV (2016). Global gesehen sind somit mehr erwachsene Frauen (52%) als Männer von HIV betroffen. In den ärmeren Ländern der Welt, wo HIV immer noch grassiert, trifft die Infektion vor allem eine Gruppe ganz besonders: weibliche Jugendliche.
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Positive Frauen Schweiz

Weshalb brauchen HIV‐infizierte Frauen eine Selbsthilfegruppe wie «Positive Frauen Schweiz»? Auch wenn die HIV‐Therapie heute viel einfacher geworden ist, leiden doch viele sehr unter den Vorurteilen. In der Allgemeinbevölkerung und gerade bei heterosexuellen Männern ist das Wissen über HIV und der praktisch inexistenten HIV‐Übertragung unter erfolgreicher HIV‐Therapie (siehe: U=U) immer noch sehr dürftig. «HIV‐positive Frauen haben keine Lobby wie homosexuelle Betroffene, das muss sich ändern», so Dr. med. Barbara Bertisch, Präsidentin von «Positive Frauen Schweiz».
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Mia, 32, HIV und Beziehungen

«Ich überlege mir jeweils gut, wem ich von meiner HIV‐Infektion erzähle. Die meisten denken sofort, ich sei krank, ansteckend und müsse jung sterben – kaum einer ist richtig aufgeklärt, wenn es um HIV geht.» Mia* ist 32 Jahre alt und weiss seit Dezember 2015, dass sie HIV‐positiv ist. Ihr Partner konnte nicht damit umgehen und hat sie verlassen.
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Claudia, 61, Stigmatisierung im Alter

«Meine Generation von HIV‐Positiven kommt ins Pensionsalter. Ich finde es befremdend, wie viele Vorurteile und Angst gegenüber HIV‐Betroffenen in der Altenpflege noch herrschen». Claudia Z.* hat ihre Diagnose bereits in den 80er Jahren erhalten. Trotz medizinischem Fortschritt und viel Aufklärungsarbeit, hält sich die Diskriminierung hartnäckig, so die Erfahrung von Claudia Z*.
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Diskriminierung in der Schweiz

In der Schweiz nahmen die HIV-Infektionen über die Jahre ab. Die gemeldeten Diskriminierungsfälle aber nicht: Seit deren Erfassung bei der AIDS-Hilfe Schweiz, wurden noch nie so viele Fälle gemeldet wie im Jahr 2018. Am häufigsten kam es in den Bereichen Datenschutz, Sozial- und Privatversicherungen sowie dem Gesundheitswesen zu Vorfällen.
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Panti Bliss Video:
«FLIGHT HIV 101»

«Was ich als Problem betrachte, ist das alles beherrschende Stigma, das Tabu, über HIV zu sprechen» – die bekannte irische Dragqueen Panti Bliss ist im Alltag der homosexuelle Rory o’Neill und selbst Träger des HI-Virus. International berühmt wurde die Dragqueen mit einer emotionsgeladenen Rede, welche sich im Februar 2014 innerhalb weniger Tage hunderttausendfach im Netz verbreitete: Panti Bliss prangert ebenso pointiert wie eloquent und humorvoll die Homophobie im Alltag an.
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Gesund alt werden

Seit 1995 hat sich die Zahl der HIV-Positiven die 50 Jahre alt und älter sind, mehr als verdoppelt. Das Bild von der «tödlichen Krankheit» sitzt aber immer noch fest in den Köpfen vor allem älterer Menschen. Nach wie vor geht ein signifikanter Teil der HIV-Betroffenen davon aus, dass sie früher sterben werden als nicht-Infizierte. Aufklärung tut hier Not. Denn dank des medizinischen Fortschritts können Menschen mit HIV heute unter vergleichbaren Bedingungen annähernd gleich alt werden wie Menschen ohne HIV.
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Lieben ohne Angst

Wissenslücken führen zu Berührungsängsten: Noch immer herrscht Unbehagen, wenn es um Körperkontakt mit HIV-Betroffenen geht. Die Schutzwirkung einer HIV-Therapie ist vielen Menschen nicht bekannt. Infizierte sind aber unter erfolgreicher Therapie nicht mehr ansteckend (Undetectable equals Untransmittable). Umarmen, küssen und eine gesunde Sexualität leben ist für Menschen mit HIV genauso möglich wie für nicht Betroffene. Doch fehlende Aufklärung und Stigmatisierung hindern immer noch viele Betroffene daran, einen neuen Partner zu finden oder eine Familie zu gründen.
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Embrace Life HIV AIDS Kondom

HIV, Aids und ein paar Zahlen dazu

Das Kürzel «HIV» steht für Humanes Immundefizienzvirus. Es wird über Blut- und Körperflüssigkeiten übertragen und befällt Zellen des Immunsystems, die deswegen nach und nach absterben. Daraus resultiert die Immunschwäche Aids. «Aids» steht für Acquired Immune Deficiency Syndrom (etwa: „erworbenes Abwehrschwächesyndrom) und ist die letzte Stufe der HIV-Erkrankung mit lebensgefährlichen Infektionen und Krebs.
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U = U

«U = U» steht für «Undetectable equals Untransmittable» und bedeutet: Sind im Blut keine HI-Viren nachweisbar, dann ist die Krankheit auch nicht übertragbar. Moderne HIV-Therapien unterdrücken die Vermehrung des Virus, so kann es auch nicht mehr an andere Personen übertragen werden. Eine wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass der Patient seine Medikamente regelmässig, das heisst ohne Unterbruch, einnimmt.
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Embrace Life U=U
Embrace Life HIV AIDS 90-90-90

90 – 90 – 90 (- 90)

UNAids ist das Programm der UNO zur Bekämpfung von HIV/Aids und hat die Aufgabe, die Aktivitäten der verschiedenen Länder zu koordinieren. Ziel ist, die HIV-Epidemie bis 2030 zu beenden. Damit dies gelingt, sollte bis 2020 die 90 – 90 – 90 erreicht sein. Konkret bedeutet dies: 90% aller HIV-positiven Menschen weltweit sind diagnostiziert, davon sind 90% therapiert und von diesen sind wiederum 90% viral unterdrückt (supprimiert), also erfolgreich behandelt.
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Test-Test-Selbsttest

Nach wie vor lassen sich nicht alle Menschen testen, die einem Risiko für eine HIV-Infektion ausgesetzt waren. Sie können somit das Virus möglicherweise unkontrolliert in sich tragen, was die eigene Gesundheitsprognose verschlechtert und den Sexualpartner für eine Ansteckung gefährdet. Eine frühzeitige Diagnose schafft hingegen Klarheit und eine verbesserte Gesundheitsprognose für die Betroffenen. Die Angst vor dem HIV-Test ist also kein guter Ratgeber.
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Embrace Life HIV AIDS Ärztinnen
Embrace Life HIV AIDS Paar Sonne

Safer Sex Check

In der Schweiz ist die Zahl der Neuansteckungen von sexuell übertragbaren Infektionen in den letzten Jahren stark angestiegen. Konkret sind dies 20% mehr Gonorrhoe-Ansteckungen, ein Plus von 15% bei Syphilis und über 11’000 Chlamydia-Infektionen. Bei der Gonorrhoe (auch «Tripper» genannt), der Syphilis und der Chlamydien-Infektion handelt es sich um bakterielle Infektionen, die durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragbar sind. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat rasch reagiert und im Rahmen seiner «Love Life»-Kampagne im Herbst 2017 einen Safer Sex Check ins Netz gestellt. Dank diesem Test kann das eigene Risiko einfach, anonym und rasch abgeschätzt werden. Zudem findest man auch auf das individuelle sexuelle Verhalten, abgestimmte Tipps. Hier geht’s zur Quelle.

>>> Hier geht’s zum Safer Sex Check

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Love

Schweizerische HIV Kohortenstudie (SHCS): Im Dienste der Menschen mit HIV und Aids

Seit 30 Jahren setzt sich die Schweizerische HIV-Kohortenstudie (SHCS) für Menschen mit HIV und Aids ein und hat in dieser Zeit über 19’700 Menschen (Stand Ende 2016) begleitet. Das sind rund zwei Drittel aller beim BAG gemeldeten HIV-Fälle. Fünf Universitätsspitäler (Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Genf), zwei Regionalzentren (St. Gallen, Lugano) und weitere Spitäler und Privatpraxen sind an der Kohorte beteiligt. Der Beitritt ist freiwillig.
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Schweizerische Mutter und Kind HIV Kohortenstudie (MoCHiV): eine Erfolgsgeschichte fürs Leben

Seit Ausbruch der HIV Epidemie in den frühen 80er Jahren bis Juni 2017 konnten die Daten von fast 2000 Kindern in die MoCHiV aufgenommen werden, bei denen die Mütter während der Schwangerschaft HIV-positiv waren. 277 der Neugeborenen waren mit dem Virus infiziert. 62 Kinder starben.
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Gilead Access Program in Entwicklungs- und Schwellenländern

Mehr als nur ein Versprechen: 2017 profitierten über elf Millionen Menschen in 130 Entwicklungs- und Schwellenländern von der Unterstützung durch Gilead.

Dringend benötigte Medikamente für lebensbedrohliche Krankheiten sind in vielen Ländern keine Selbstverständlichkeit. Daneben fehlen vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländer oft auch Präventions- und Aufklärungsprogramme, eine funktionierende Infrastruktur und letztlich finanzielle Unterstützung. In all diesen Bereichen engagiert sich Gilead in Kooperation mit internationalen Partnern.
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Gilead

Gilead Sciences, Inc. ist ein forschendes biopharmazeutisches Unternehmen mit Sitz in Kalifornien. Der Name und das Logo unserer Firma stammen vom Harz des Balsamstrauchs (Commiphora gileadensis) aus dem biblischen Gilead (östlich des Jordan-Flusses gelegen) ab, im Altertum wurden diesem Harz heilende Kräfte zugesagt. Schild und Blatt des Strauches stehen für unsere Bemühungen, die Lebensqualität von Menschen mit lebensbedrohlichen Erkrankungen zu verbessern. Dank Forschung und Entwicklung hat Gilead seit der Unternehmensgründung im Jahre 1987 massgeblich zur Bekämpfung von schwerwiegenden Erkrankungen beigetragen. Und mit vollem Einsatz forschen wir auch heute im Bereich der HIV-Therapie für betroffene Patientinnen und Patienten weiter.
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Forschung

Gilead Sciences unterstützt mit Spenden in Höhe von fast 30 Millionen US-Dollar insgesamt 17 akademische Forschungsprojekte, die sich mit der HIV-Heilung befassen. Die Projekte werden von führenden universitären Forschungseinrichtungen, Non-Profit-Organisationen und Community-Initiativen aus der ganzen Welt durchgeführt und umfassen:

  • Transnationale Forschung, die Ergebnisse aus der Grundlagenforschung in präklinische Entwicklungsprogramme und anschliessend in die Klinik überträgt
  • Community-Projekte rund um das Thema Heilung
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Links

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