Themen

Diskriminierung in der Schweiz

In der Schweiz nahmen die HIV-Infektionen über die Jahre ab. Die gemeldeten Diskriminierungsfälle aber nicht: Seit deren Erfassung bei der AIDS-Hilfe Schweiz, wurden noch nie so viele Fälle gemeldet wie im Jahr 2018. Am häufigsten kam es in den Bereichen Datenschutz, Sozial- und Privatversicherungen sowie dem Gesundheitswesen zu Vorfällen.

Mehrere ältere Personen wurden nicht in Pflege- oder Altersheime aufgenommen, weil sie HIV-positiv waren. Die Arbeitslosenkasse verneinte die Vermittlungsfähigkeit eines Mannes, obwohl er vor der Anmeldung beim Arbeitslosenamt immer gearbeitet hatte. Der Grund: Sein positiver HIV Status. Eine Hotelbesitzerin wollte für ihre Angestellte eine Taggeldversicherung abschliessen. Die Versicherungsgesellschaft verweigerte den Abschluss – weil die Angestellte HIV-positiv ist.

Stigmatisierung im rechtlichen Kontext
Gemäss Caroline Suter vom Rechtsdienst der Aids-Hilfe Schweiz, werden das Datenschutzgesetz und die berufliche Schweigepflicht zu wenig ernst genommen: «Vor allem im medizinischen Bereich ist die Zunahme der Datenschutzverletzung und Diskriminierung erschreckend». Patienten oder Klienten werden beispielsweise bei einem Massage-, Akupunktur- oder Zahnarzt -Termin, auf Randzeiten verlegt oder erst gar nicht behandelt.

Hinter Diskriminierungen stecken häufig unbegründete Ängste vor der Übertragung des HI-Virus und Vorurteile gegenüber Menschen mit HIV. Um Diskriminierungen wirksam zu bekämpfen, reicht der Rechtsschutz in der Schweiz nicht aus. Wichtig ist die Sensibilisierung der Bevölkerung mit Wissensvermittlung und Aufklärungskampagnen.

Nützliche Ratgeber der AIDS-Hilfe Schweiz zum Download:

<<<