Zum Hauptinhalt springen
Logo Embrace Life

Gesund alt werden

Seit 1995 hat sich die Zahl der HIV-Positiven die 50 Jahre alt und älter sind, mehr als verdoppelt. Das Bild von der «tödlichen Krankheit» sitzt aber immer noch fest in den Köpfen vor allem älterer Menschen. Nach wie vor geht ein signifikanter Teil der HIV-Betroffenen davon aus, dass sie früher sterben werden als nicht-Infizierte. Aufklärung tut hier Not. Denn dank des medizinischen Fortschritts können Menschen mit HIV heute unter vergleichbaren Bedingungen annähernd gleich alt werden wie Menschen ohne HIV.

Mit dem rechtzeitigen Beginn der richtigen Therapie unterscheidet sich die Lebenserwartung eines Betroffenen kaum mehr von der eines nicht-infizierten Menschen. Entscheidende Voraussetzung dafür: eine personalisierte Behandlung mit interdisziplinärem Ansatz. Regelmässige Bluttests und allfällige Anpassung der Medikation sind wichtig. Damit eine gute Lebensqualität erhalten bleibt, sollten auch mögliche Nebenwirkungen mit dem Arzt besprochen werden.

Sekundärerkrankungen im Fokus

Mit zunehmendem Alter kommen auch auf HIV-positive Menschen neue Herausforderungen und Krankheitsbilder hinzu: Herz- und Gefässprobleme, Nieren- und Lebererkrankungen, Diabetes, verschiedene Krebs- oder auch Stoffwechselerkrankungen. Gesundheitliche Probleme, die bei HIV-negativen Menschen erst im Alter zwischen 60 und 70 Jahren auftreten, treten bei HIV-Positiven vermehrt früher auf.

Im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ist der Organismus von HIV-Erkrankten bereits belastet. Denn trotz erfolgreicher Therapie bleibt eine gewisse Menge an Viren im Körper. Heute weiss man, dass dies zu einer chronischen Entzündungsreaktion führt, was Stress für den Organismus bedeutet. Permanent sind «Reparaturvorgänge» in den Gefässen und anderen Gewebebestandteilen im Gange. Verschiedene Faktoren können diese Entzündungsreaktion begünstigen: Für HIV-positive Menschen ist es deshalb wichtig, zu sich Sorge zu tragen und Selbstverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen. Dazu gehören:

  • Rauchstopp
  • Verzicht auf Alkohol und Drogen
  • Körperliche Fitness und gesunde Ernährung
  • Therapieplan befolgen (regelmässige, genaue Einnahme der Medikamente)
  • Soziale Beziehungen pflegen

Damit der Arzt seinen Patienten mit HIV optimal betreuen kann, ist es sehr wichtig, dass der Betroffene über seine Sorgen, andere gesundheitliche Probleme, (falls vorhanden) Freizeitdrogen und eventuelle Nebenwirkungen seiner Therapie spricht. Sich vor dem Artztermin vorzubereiten, sich Gedanken zu machen wie es einem geht und was man mit seinem Arzt besprechen möchte, hilft, nichts zu vergessen.

Merkblätter für Betroffene

Hier finden Betroffene zwei hilfreiche Merkblätter zum Download: eines zur Vorbereitung des Arztbesuches und eines das die Bedeutung von Laborwerten erklärt.

Mehr zum Thema: