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Kinder und HIV

Für das Jahr 2018 hatte die Uno damit gerechnet, dass sich nur noch 40 000 Kinder weltweit mit dem HI-Virus anstecken werden. Doch dieses Ziel wurde weit verfehlt: Es gab 160 000 Neuansteckungen bei Kindern von null- bis 14-jährig. Ein grosser Teil der Infektionen geschah im Mutterleib oder während des Stillens.

Rund 90 Prozent aller Kinder mit HIV leben in den Subsahara-Ländern Afrikas. Nur die Hälfte von ihnen erhält die benötigte medizinische Versorgung. Nach Angaben von «Ärzte ohne Grenzen» starben 2017 weltweit etwa 110 000 Kinder an Aids-bedingten Krankheiten.

Diskriminierung von Kindern

Intolerante Erwachsene, mitunter die eigenen von HIV betroffenen Eltern, isolieren die mit dem Virus infizierten Kinder, aus Scham, Angst und mangelndem Wissen. Auch wenn Kinder unter einer funktionierenden Therapie sind, versuchen Eltern vor anderen geheim zu halten, dass ihr Kind HIV-positiv ist. Unter anderem aus Angst, es könnte abgelehnt werden.

Gerade Teenager benötigen Unterstützung

Kinder sollten altersgerecht aufgeklärt werden: Dass sie eine chronische Krankheit haben, damit sie verstehen, weshalb sie regelmässig Blut nehmen müssen und unter Therapie sind. Kommen die betroffenen Kinder in die Pubertät, werden sie vor zusätzliche Herausforderungen gestellt: Erwacht ihre Sexualität, kommt es oft zu psychischen Problemen, Zweifel und Selbststigmatisierung. Schwierigkeiten im Umgang mit der Therapie können folgen. Bei nicht konsequenter Einnahme der antiretroviralen Medikamente kann es zur Resistenzbildung kommen. Damit verbauen sich die Jugendlichen auf Dauer passende Behandlungsmöglichkeiten für die Zukunft.

Jugendliche besser erreichen

Die DEZA konzentriert auf die Prävention von Infektionen bei jungen Menschen. Junge Frauen sind überproportional von HIV-Neuinfektionen betroffen. Jugendliche sind die einzige Altersgruppe, in der durch Aids bedingte Todesfälle zugenommen haben. Dies betrifft vor allem junge Männer. Eine angemessene Sexualerziehung etwa trägt wesentlich dazu bei, Jugendliche zu befähigen, Entscheidungen in Bezug auf ihre sexuelle und reproduktive Gesundheit zu treffen und sich selbst zu schützen.

Mehr zum Thema:
NZZ Artikel: Rückschlag bei HIV Prävention: Kinder werden nicht genug geschützt

 

 

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