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Test – Test – Selbsttest

Nach wie vor lassen sich nicht alle Menschen testen, die einem Risiko für eine HIV-Infektion ausgesetzt waren. Sie können somit das Virus möglicherweise unkontrolliert in sich tragen, was die eigene Gesundheitsprognose verschlechtert und den Sexualpartner für eine Ansteckung gefährdet. Eine frühzeitige Diagnose schafft hingegen Klarheit und verbessert die Gesundheitsprognose für die Betroffenen. Die Angst vor dem HIV-Test ist also kein guter Ratgeber.

In der Schweiz kann beim Arzt, in Spitälern, bei Checkpoints oder auch bei den regionalen Aids-Hilfe-Zentren ein HIV-Test gemacht werden. Der Test wird anonym durchgeführt, die Kosten von derzeit 60 Franken müssen jedoch selber bezahlt werden. Wird ein Test von einem Arzt verordnet, werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Der Test beim Arzt/offiziellen Testzentren

Dieser Test zeigt, ob im Blut Antikörper gegen das HI-Virus vorliegen. Diese Antikörperbildung beginnt frühestens zwei Wochen nach der Infektion und kann bis zu sechs Wochen dauern. Der Test kann also frühestens zwei Wochen nach einer möglichen Ansteckung ein klares Ergebnis liefern. Ist er positiv, muss das Resultat umgehend durch einen zweiten Test bestätigt werden. Umgekehrt kann aber erst sechs Wochen nach möglicher Ansteckung sicher ausgeschlossen werden, dass man kein HIV hat, weil die Antikörperbildung bis zu sechs Wochen verzögert sein kann. Deshalb muss nach einem negativen HIV-Test zwingend nach frühstens sechs Wochen ein Bestätigungstest durchgeführt werden.

Während dieser sechs Wochen bis zum sicheren negativen Testresultat gilt übrigens: Safer Sex. Nur so wird die Partnerin oder der Partner vor einer möglichen HIV-Ansteckung geschützt.

Der Selbsttest

In der Schweiz wurde vor kurzem die Abgabe von HIV-Tests zur Eigenanwendung bewilligt. Swissmedic empfiehlt, die Tests in Apotheken oder Drogerien zu kaufen. Beim Erwerb übers Internet ist das Risiko eine Fälschung zu kaufen grösser und es sind auch in der Schweiz nicht zugelassene Tests in Umlauf.
Der Selbsttest ist in erster Linie für Menschen gedacht, die sich scheuen, einen Checkpoint, eine Arztpraxis oder ein Spital aufzusuchen. Gerade der niederschwellige Zugang soll auch ihnen ermöglichen, ihren gesundheitlichen Status zu testen. Die Heimtests sind sicher, bergen aber auch Risiken und haben wesentliche Nachteile gegenüber einem Test beim Arzt, im Spital oder bei einem Checkpoint:

  • Der Selbsttest ist erst drei Monate (im Gegensatz zu den sechs Wochen bei einem Test beim Arzt) nach der letzten Risikosituation sicher aussagekräftig. Akute HIV-Infektionen könnten so also unentdeckt bleiben. Gerade in dieser aktuen Phase einer HIV-Infektion ist das Risiko, HIV weiter zu geben, sehr gross.
  • Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr können neben HIV auch andere Geschlechtskrankheiten übertragen werden. Diese werden beim Selbsttest nicht angezeigt. In einem Testzentrum hingegen werden auch sie diagnostiziert.
  • Bei einem positiven Resultat braucht es einen Bestätigungstest durch einen Arzt. Spätestens jetzt wird der Gang zu einer Teststelle zwingend nötig.
  • Bei einem negativen Resultat und liegt die mögliche Ansteckung nur wenige Wochen zurück, ist es umgekehrt angebracht, nach 3 Monaten einen 2. Test durchzuführen, um ein negatives Resultat zu betätigen und eine HIV Infektion auszuschliessen. Dies setzt natürlich voraus, dass es in der Zwischenzeit nicht zu einem abermaligen Risikoverhalten gekommen ist.
  • Wie beim Testen im Spital/beim Arzt können falsche Resultate vorkommen: Der Test kann z.B. positiv ausgefallen, obwohl man gar kein HIV hat. Deshalb ist es dann ein Bestätigungstest beim Arzt notwendig.

Risiken, die zu einer Ansteckung führen können sind unter anderem: ungeschützer Geschlechtsverkehr mit einer unbehandelten HIV-positiven Person, Bluttransfusionen in Ländern mit weniger strengen Kontrollen bei den Spendern, Nadelstiche mit infizierten Spritzen, z.B. bei der Einnahme von Drogen, bei der Arbeit oder bei der Tätowierung wenn keine sterilen Nadeln verwendet werden.


Quellen und weitere Infos:

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